Start Fachausbildung
15 | 03 | 2010
Fachausbildung | Drucken |

24. August 2010 - 27. Juni 2011

Anmeldeschluss:
Kurskosten:
Anzahl Teilnehmende:

30. Juni 2010
CHF 3'700.00

Maximal 25

Für Fragen wenden Sie sich bitte an:

Frau Rose Nigg, Präsidentin SVA
Tel. 044 937 28 00
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Diese seit zehn Jahren sehr erfolgreich angebotene Ausbildung stellt die einzige vollumfängliche Ausbildung für diesen wichtigen, aus dem Leistungsangebot der sozialen Dienste der Kantone und Gemeinden nicht mehr wegzudenkenden Fachbereich dar.

Zielgruppe
Die Ausbildung richtet sich an Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter in der Alimentenhilfe, die mindestens ein halbes Jahr Praxis in diesem Bereich haben.

Ziele
Die Ausbildung qualifiziert für die theorie- und fallbezogene Realisierung und Evaluation der selbständigen Fallführung im Alimenteninkasso und in der Alimentenbevorschussung. Sie verbessert die personale und fachliche Kompetenz und qualifiziert die Teilnehmenden für ein professionelles Tätig-keitsprofil in der Alimentenhilfe.

Struktur
Die Ausbildung erfolgt in zwei Teilen. In Teil I werden mehrheitlich theoretische Grundlagen vermittelt unter Einbezug konkreter, praxisbezogener Fallbeispiele. Zur Vorbereitung des jeweiligen Lernstoffes von Teil II werden den Teilnehmenden vor den Seminaren themenbezogene Fallübungen zur Lösung übermittelt. Die Ausbildung umfasst 17 themenbezogene Seminartage, davon sieben in Teil I und zehn in Teil II. Für das Selbststudium zur Verarbeitung der theoretischen Grundlagen und als Vorbereitung auf das jeweilige Seminarthema, zur Erarbeitung von Fall-Lösungen und zur Auseinandersetzung mit Gesetzen und Verordnungen entsteht nochmals ein gleich grosser Zeitaufwand. Der Zeitabschnitt zwischen den beiden Programmteilen dient der Umsetzung und Festigung des Lernstoffes von Teil I in der Praxis.

Methodik
Besonderes Gewicht hat im Kurs der Theorie-Praxis-Transfer. Die theoretische Einführung in die einzelnen Themen wird begleitet von konkreten Fallbeispielen und verknüpft das Gelernte mit der eigenen Arbeit. Die Bearbeitung der Fallbeispiele erfolgt in Kleingruppen.


Kursprogramm Teil 1 (2010)

Organisation der Alimentenhilfe

  • Begriffe und gesetzliche Grundlagen
  • Aufgabenteilung zwischen Bund, Kanton und Gemeinde
  • Durchführung der Alimentenhilfe

Gesetzgebungen der teilnehmenden Kantone für die Alimentenbevorschussung

  • Inhalte
  • Begriffsinterpretation

Massgebende Rechtstitel für Unterhaltsbeiträge

  • Zivilrechtliche Grundlagen
  • Bedeutung des Rechtstitels, Arten von Rechtstiteln
  • Form und Inhalt des Rechtstitels
  • Rechtskraft und Vollstreckbarkeit
  • Wirkung des Rechtstitels, Abänderbarkeit des Rechtstitels

Dozentin: Charlotte Christener-Trechsel


Auftragserteilung

  • Wer ist auftrags- und antragsberechtigt?
  • Örtliche Zuständigkeit
  • Form und Inhalt des Auftrags
  • Problembereiche
  • Geheimhaltungs- und Auskunftspflicht/Aktenedition/Zeugenaussagen
  • Verantwortlichkeit

Dozent: Albert Guler


Vollstreckung von Unterhaltstitel/Gütliches Inkasso

  • Inhalt des ersten Briefes an Schuldner/in bei Inkasso und Bevorschussung
  • Zahlungsvereinbarung
  • Stundung
  • Schuldanerkennung
  • Lohnzession

Rechtliches Inkasso

  • Voraussetzungen für die Einleitung einer Betreibung
  • Grundlegende Überlegungen vor Einleitung einer Betreibung
  • Besonderheiten im Alimentenwesen

Dozentin: Sylvia Nafz


Einleitung einer Zwangsvollstreckung

  • Das Betreibungsbegehren
  • Interpretation des Zahlungsbefehls
  • Wahl des richtigen Verfahrens Fortsetzung einer Zwangsvollstreckung
  • Rechtsöffnungsverfahren
  • Ordentliches Verfahren
  • Fortsetzungsbegehren

Dozentin: Sylvia Nafz

Fortsetzung einer Zwangsvollstreckung

  • Pfändungsurkunde und ihre Interpretation
  • Lohnpfändung
  • Ermittlung des Existenzminimums
  • Rechtsmittel, Beschwerde
  • Verwertungsbegehren
  • Verlustschein
  • Konkursverfahren
  • Fristenwahrung

Dozentin: Sylvia Nafz


Gespräche führen (in zwei Gruppen)

  • Kommunikation erleben
  • Grobe Fehler im Beratungsgespräch erkennen
  • Aktives Zuhören
  • Vorurteile
  • Schwierige Situationen im Beratungsgespräch
  • Arbeitstechnik und Umgang mit Belastung

Dozent: André Angstmann


Kursprogramm Teil 2 (2011)

Spezielle Fragen zum SchKG, 1. Teil

Die Teilnehmenden kennen Sinn und Zweck

a) des Existenzminimums, seiner Richtlinien und seiner praktischen Ermittlung,
b) der Einrede wegen mangelnden neuen Vermögens und die Grundzüge des Verfahrens,
c) des Freigabe- und Widerspruchsverfahrens sowie Hinweise auf Risiken, Einholen von rechtlicher Beratung, ohne detaillierte Ausführungen zu Inhalt und Verfahrensfragen,
d) der SchKG-Beschwerden, besonders gegen Pfändungsvollzug und Pfändungsurkunde, und sie kennen die Grundzüge des Beschwerdeaufbaus.

Dozentin: Sylvia Nafz


Sicherungsmittel und Anfechtungsklage

Die Teilnehmenden wissen Bescheid über Möglichkeiten, Sinn und Zweck, Voraussetzung und Wirkung (inkl. Verfahrensablauf) der vier folgenden Sicherungsmittel und kennen Form und Inhalt der Begehren:

a) Arrest
b) Anweisung an die Schuldner gem. Art. 132 und 291 ZGB
c) Sicherstellung gem. Art. 132 und 292 ZGB
d) Anfechtungsklage

Dozentin: Sylvia Nafz


Spezielle Fragen zum SchKG, 2. Teil

Die Teilnehmenden kennen die Einleitung des Verfahrens und die Rechte des Gläubigers bei:

a) Grundstücksverwertung
b) Mithaftung des Ehegatten des Schuldners aus Güterrecht
c) Pfändung von Erbansprüchen des Schuldners

Dozentin: Sylvia Nafz


Verwaltungsrecht

Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über die zentralen Institutionen des allgemeinen schweizerischen Verwaltungsrechts. Sie haben Kenntnisse der wichtigsten Prinzipien

  • des Staats- und Verwaltungsrechts
  • des Verfahrensrechts
  • der Verwaltungsrechtspflege

und können diese bei der Alimenten-Bevorschussung anwenden. Der Schwerpunkt liegt auf den in der Alimentenhilfe bedeutenden verwaltungsrechtlichen Erlassen und aktuellen Gerichtsentscheiden. Die Teilnehmenden werden für die verwaltungsrechtlichen Aspekte ihrer alltäglichen Arbeit sensibilisiert und erhalten Lösungsanleitungen für praktische Fragestellungen.

Dozent: Christian Mäder


Spezielle Instrumente aus OR/SchKG/ZPO/StPO

Die Teilnehmenden kennen die Bedeutung und Wirkung

a) von Fristen, insbesondere den Unterschied von Verjährung und Verwirkung, und von erstreck-baren Fristen,
b) der Abtretung von Erwerbseinkommen (Lohnzession), deren Zulässigkeit und die gesetzlichen Schutzbestimmungen,
c) der Straftatbestände gem. Art. 217 StGB (Vernachlässigung von Unterstützungspflichten) und des Pfändungsbetrugs,
d) der Zahlungsanrechnung gem. OR 85?87 und z.B. § 39 VO JHG Kt. ZH bei Alimenten-Bevorschussung.

Dozent: Martin Röhl


Auslandinkasso

Die Teilnehmenden haben Kenntnisse über die Existenz der verschiedenen anwendbaren inter-nationalen Abkommen und die Grundzüge ihrer Anwendung. Sie kennen die Voraussetzungen und die Abläufe für die Einleitung und Durchführung der Rechtshilfeverfahren.

Dozentin: Sandra John


Querbezüge zur Sozialhilfegesetzgebung und zum Sozialversicherungsrecht bei der Alimenten-Bevorschussung und dem -Inkasso

Die Teilnehmenden haben einen Überblick über den Anwendungsbereich

a) des Sozialhilfegesetzes
b) des AHV/IV-Gesetzes
c) der ALV
d) der EL
e) des BVG im Zusammenhang mit Art. 285 ZGB
f) der KKBB (Kleinkindbetreuungsbeiträge des Kinderzulagengesetzes) Kt. ZH

Dozentin: Uwe Koch


Steuerrecht

Die Teilnehmenden kennen die wichtigsten Begriffe und können die Einkommens- und Vermögens-grenzen für die Bevorschussung in Anlehnung ans Steuerrecht korrekt berechnen.

Dozent: Rolf Benz


Beratungs- und Konfliktgespräche (in zwei Gruppen)

Die Teilnehmenden kennen Mittel und Techniken für eine effiziente, fruchtbare Zusammenarbeit mit z.B. Behörden, Anwälten und Klienten und können mit Beschwerden und Angriffen gegen die eigene Person umgehen.

Dozent: André Angstmann


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